Zu meinen Arbeiten

Zeichnungen

Meine Zeichnungen zeigen Landschaften und Vegetationen, die ich auf Spaziergängen durch die Hauptstadt und ihr abwechslungsreiches Umland finde, auf Auslandsreisen entdecke, mit Skizzen
vor Ort festhalte und mittels Fotografien oder Handyschnappschüssen als weitere Arbeits-
grundlagen ins Atelier hole.

Meine Arbeiten zeigen nur selten ungetrübt schöne Landschaften, sondern verweisen mittels heller Auslassungen, gezielten Ausstanzungen oder verdunkelt gezeichneter Schraffurnetze ein gebrochenes
Bild von Natur. Sie bewegen sich im Spannungsfeld zwischen Romantisierung von Landschaft und Sichtbarmachung von Zerstörung der Natur- und Kulturlandschaften unter dem Vorzeichen der sich verändernden Klimaverhältnissen.

Zu keiner Zeit hat der Mensch die natürlichen Ressourcen so nachdrücklich ausgebeutet wie heute.
Über seinem Handeln steht ein Leitsatz des 19. Jahrhunderts „Sei Du selbst“. Weiter voraus liegt der
Satz der Genesis 1,28 (Lutherbibel) "Macht Euch die Erde untertan".
Der Mensch als eigenständiges und freiheitliches Individuum hat sich nach bestem konservativem Glaubenssatz die Reichtümer der Erde nutzbar gemacht. Doch die Natur reagiert auf sein Tun mit Veränderung: ihr Gefüge, auf das wir so lange gebaut haben, und das der Garant für unsere Selbst-
wahrnehmung war, wankt. Natur scheint radikal und dämonisch geworden zu sein und beschneidet
so die postulierte Freiheit des Menschen in einem nicht vorhersehbaren Maße: brütend
heiße Sommer, wild wütende Überschwemmungen und höllische Brände gehören mittlerweile
zum Leben des Menschen im 21. Jahrhundert.

Vielleicht kann die Kunst - neben den Wissenschaften - ein Aufbewahrungsort für Natur sein.

Stahlstiche / bearbeitet

Als Grundlage dieser Arbeitsreihe dienen Originaldrucke von Stahlstichen aus der Spätromantik
des 19. Jahrhunderts.

Mit Werkzeugen, die normalerweise bei der Bearbeitung von Metallplatten zur Herstellung von Radierungen oder Stahlstichen eingesetzt werden, habe ich die Druckerschwärze von den Original-
Drucken entfernt. An die Stelle von abgetragenem Schwarz sind helle schwebende Kugeln und
Kreise sichtbar. Manche wirken wie planetarische Sonnen, andere wie riesige voluminöse
Gebilde ohne erklärbare Herkunft.

Fremdartig anmutend bewegen sich die Objekte durch die Landschaften, die zuvor eher einem romantischen Ideal entsprachen: Orte, an denen Mensch und Natur im Einklang schienen.
Die Bilderreihe heißt UNEASE, was so viel heißt wie Unbehagen, Unwohlsein, Beklommenheit.

Acryl- und Ölbilder

Im Fokus meiner Acrylbilder stehen Struktur und Materialität der Bildoberfläche. Dabei interessieren
mich physikalische Prozesse während des Entstehungsprozesses: das Schütten von dünnflüssiger Acrylfarbe, ihr teilweise erzwungener Trocknungsprozess, das Auftauchen von Rissen und Runzeln.

Auch die erzeugte Haptik von selbst hergestellten Spachtelmassen und aufgestäubten Pigmenten
ist ein Mittel, die Bildthemen dieser Arbeiten, wie z.B. die Umsetzung von Klimakarten oder Falschfarbenaufnahmen von der Erde, künstlerisch umzusetzen.

Die Themen der Ölbilder sind Ruhe (Wasser), Bewegung (durch schnell vorbeiziehenden Landschaft)
und Unschärfe (Wolken).

Kriegsaphorismen

Die Arbeiten sind auf Drucken zu den Tragödien des Sophokles, Leipzig 1873 entstanden.
Sie sind mit Kriegs-Icons des 21. Jahrhunderts und Zitaten von Dichtern, Philosophen
und Wissenschaftlern des 20. Jahrhunderts zum Thema Krieg ergänzt.